Mosse Lecture: Janet Hartley - Taming the Volga: Imperial Policies to Control Nature, People and Beliefs

Flüsse sind Schauplätze von Zivilisationsbildung, nationalen Identitätsordnungen und kriegerischen Konflikten, sie sind fließende Erinnerungs- und Projektionsräume sowie hochfrequentierte Handelswege - und immer wieder auch Orte, an denen sich Hochwasser und Überschwemmungen abspielen. Im Sommersemester widmen sich die Mosse Lectures der "Welt im Fluss". Am 23. Juni 2022 wird die Historikerin Janet Hartley über die Wolga als Schauplatz der imperialen Interessen Russlands vortragen und im Anschluss mit Hans Jürgen Balmes ins Gespräch kommen.

Abstract: This lecture examines the ways in which the Russian Empire (and, to an extent, the Soviet Union) attempted to tame or control the river Volga. First, it examines the economic and strategic importance of the river which led to conflict, conquest, and the assertion of state control. Second, it explains the extent to which control could be exercised over the river and the region though military force, imperial bureaucracy, settlement and displacement of peoples, canal building and economic planning, and by conversions of non-Christians to Orthodoxy. Third, it discusses the significance of ‘cultural control’ of the river. The Volga became inextricably linked with Russia and Russianness, and remains so today: ‘Without the Volga, there would be no Russia’ stated a Russian news report in 2019.

Janet Hartley ist Historikerin, die bis zur Emeritierung 2019 einen Lehrstuhl für Internationale Geschichte an der London School of Economics innehatte; Hartleys Forschungsschwerpunkt liegt auf der russischen Geschichte, zu der sie umfangreich publizierte; zahlreiche Monographien u.a. über Russlands Aufstieg zu einer europäischen Großmacht im 18. Jahrhundert sowie der Geschichte Sibiriens und seiner Menschen; zuletzt widmete sich Hartley in »The Volga. A History of Russia’s Greatest River« (2021) der Geschichte des Landes ausgehend vom Flusslauf der Wolga.

Hans Jürgen Balmes arbeitet als Lektor, Herausgeber und Übersetzer; langjährige Tätigkeit bei deutschen Verlagshäusern, für den Fischer Verlag u.a. auch als Herausgeber der Literaturzeitschrift »Die neue Rundschau«; Balmes übertrug zahlreiche, auch literarische Werke, aus dem Englischen, darunter Titel von John Berger, Barry Lopez und Robert Hass; Meeres- und Flussthemen widmete sich Balmes u.a. in der Kultur- und Reisezeitschrift »Mare« sowie zuletzt in seinem Buch »Der Rhein. Biographie eines Flusses« (2021), für welches er sechs Jahre den Rhein zu Land und zu Wasser erkundete.

Kontakt

  • Denise Reimann
    MOSSE-LECTURES

    Humboldt-Universität zu Berlin
    Dorotheenstr. 24
    10117 Berlin

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Info

Do 23.06.2022, 19:15 Uhr
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Humboldt-Universität zu Berlin

Hauptgebäude, Senatssaal
10117 Berlin

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

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